Der Kampf der Kulturszene
Das langsame Sterben der Kulturszene ist schon
lange ein Thema, das in Regensburg regelmäßig auf der Tagesordnung
steht. Am vergangenen Mittwoch, 15. Januar kam es zu einer öffentlichen
Diskussion.

An der Podiumsdiskussion am Mittwoch,
15. Januar nahmen unter anderem Säm Wagner, Tina Lorenz, David Liese und
Joachim Wolbergs (v. li.) teil, während Moderator Tobias Hammerl durch
den Abend führte.
Eigentlich sollte die Veranstaltung zum Thema
„Zwischen Kulturentwicklung und Kulturverdrängung – Quo vadis,
Regensburg“ im Art Club sein, diskutiert wurde jedoch letztlich in der –
von Mitbesitzer Andy Zorn spontan zur Verfügung gestellten – Musikbar
Heimat, da der Art Club nicht öffnete. Knapp 70 Kulturinteressierte
waren gekommen, um über die Veränderungen in der Kulturlandschaft und
über neue Möglichkeiten zu diskutieren.
David Liese prangerte an: „Kunst bedeutet Dinge zu erschaffen, die nicht nur irritieren können, sondern sogar müssen.“ Seiner Meinung nach sei jede Form von Kunst förderwürdig und habe Geld verdient. Wie jedoch entschieden werden könne, was Kunst sei – darüber war sich das Podium nicht einig. Was Kunst ist und was nicht, will David Liese künftig von Künstlern und nicht von der Politik entschieden lassen.
Tina Lorenz hatte eine Lösung parat. Sie verwies auf ein Modell aus Wien, bei dem Kulturschaffende selbst darüber entscheiden, welche Kunst gefördert werde und in welcher Höhe. „Versuch macht klug“, dachte sich wohl auch OB-Kandidat Wolbergs, der Lorenz im Falle seines Wahlsieges 50 000 Euro für das Experiment versprach.
Einig waren sich alle, dass es vor allem mehr Freiräume für die Kunst brauche. Eine Möglichkeit, diese zu schaffen, sah Wolbergs vor allem darin, die Kultur aus der Altstadt heraus in die einzelnen Stadtteile zu bringen und so eine Stadtteilkultur zu schaffen. Um die Raumnot in der Altstadt einzudämmen, warf Wagner die vorübergehende Nutzung leerstehender Gebäude in die Waagschale. Eine große Chance sah die Versammlung darin, das Evangelische Krankenhaus, welches in absehbarer Zeit leer stehen wird, kulturell zu nutzten. Dem stand auch Wolbergs offen gegenüber, der die Einrichtung eigentlich für soziale Initiativen nutzen wolle, sich aber auch eine gemeinsame Nutzung vorstellen könne.
In ihren Schlussworten forderte Lorenz auf, für die Kultur in der Domstadt zu kämpfen: „Macht euch bemerkbar, seid laut und geht auf die Straße.“
Quelle: http://www.kult.de/kultur-gesellschaft/der-kampf-der-kulturszene/150/13/1006902/
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